Unsere 300 Meter zu Meister Keramik

Hallo, wir sind Heike und Hartmut Meister und erzählen Euch hier unseren Weg zur kleinen Töpferei in Prebberede.

noch 300m

Es ist 1992. Es ist noch Wendezeit und unser Jüngster ist gerade geboren. Ich, Heike, wollte wieder Arbeiten. Eine Bekannte weckte meine Intresse zum Kunsthandwerk. Doch wie? Umschulung war in dieser Zeit das Zauberwort. Ich bewarb mich auf einen der 25 begehrten Plätze.

Ich hatte Glück und konnte an der Umschulung zur Kunsthandwerkerin mit 25 Frauen teilnehmen. Schnell war mir klar – das ist es! Etwas zu kreieren, die verschieden Werkstoffe – alles machte Spaß. Aber die größte Freude bereitet mir der Ton!

Drei Jahre Schulung und nun war es soweit. Ich hatte meinen Abschluss in der Tasche. Ich war Kunsthandwerkerin.

noch 250m

Von 1995 an töpferte ich als Angestellte und Teilhaberin in verschiedenen Keramikwerkstätten. Wir verkauften unsere getöpferten Werke unter anderem in unserem kleinen Laden und auf verschieden Märkten in der Region. Leider musste in den Job krankheitsbedingt an den Nagel hängen.

noch 200m

Nach meiner Genesung habe ich nur noch zuhause als Hobby getöpfert. Viele gedrehte oder modellierte Einzelstücke sind dabei entstanden. Mir machte es riesig Spaß meine Ideen kreativ auszulassen. Das Resultat waren einige Tassen, Teller, Figuren und andere Kunstwerke.

noch 150m

Es ist 2004 und ich sitze beinahe täglich im alten Kinderzimmer an der Töpferscheibe. Einen eigenen Brennofen habe ich auch. Mittlerweile ist das Töpfern mehr als nur ein Hobby. Mir macht es so viel Spaß und ich denke – was mir gefällt, könnte auch anderen gefallen. Also melde ich ein Kleingewerbe an und wage mich in die Selbstständigkeit. Ich stelle anfangs auf den Märkten in der Bollewicker Scheune aus. Meine Tochter und ich fahren dann mit zwei kleinen Autos dort hin, damit wir alles mitkriegen.

noch 100m

Jetzt ist an der Zeit, dass ich mich auch zu Wort melde. Ich, Hartmut, unterstütze Heike jetzt schon seit einigen Jahren. Ich helfe ihr beim Gießen und Glasieren, fahre mit ihr zu den Märkten und kümmere mich um die Öfen, dass sie auch immer gut heiß sind.

Heike wünscht sich einen kleinen Laden. Also baue ich im Frühjahr 2010 unseren leerstehenden Stall etwas um. Die Keramik findet hier nun Platz und staubt nicht mehr in der alten Garage ein. Der neu gewonnen Raum in unserem Provisorium wurde schnell wieder gefüllt. Die Brennöfen aus der Ziddorfer Wassermühle, in den Heike schon einige Kunstwerke gebrannt hatte, fanden bei uns neue Aufgaben.

noch 50m

Seit mehr als 10 Jahren töpferte Heike nun zuhause. Ich helfe ihr neben meiner Arbeit, wo ich kann. Mir gefällt mehr und mehr die Arbeit mit Ton und ich habe Spaß daran eigene Formen zum Gießen zu bauen. Auch an die Töpferscheibe gehe ich nicht nur zum Reparieren. Ich glaube, ich habe Keramikfieber.

Die Zeit gemeinsam in der kleinen Werkstatt und auf den Märkten bestärkt mich und wir beschließen, dass ich mich auch in die Selbstständigkeit wage.

Ich gebe meine Garage auf und wir bauen sie zu einer größeren Werkstatt mit Drehscheibe, Brennöfen und Kamin um.

Wir haben das Ziel erreicht

Heute schätzen wir uns glücklich, dass es so gekommen ist. Wir arbeiten gemeinsam in unsere Werkstatt, können unsere Keramik und Tage selbst gestalten. Jeder hat seine Aufgaben und Freude beim Herstellen der kleinen Kunstwerke. Sogar unsere Kinder nutzen die Zeit, wenn sie bei uns sind und bemalen die Keramik beim Knistern des Kamins. Sie helfen uns auch beim Auf- und Abbau der Märkte und stehen uns auch in anderen Belangen mit Rat und Tat zur Seite.

Ein kleines Familienunternehmen, wo selbst unsere kleinsten ab und zu schon mal zu Ton und Pinsel greifen.